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Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren

Umfangreichere Informationen finden Sie im Buch.
Sie erhalten das Buch in der mehrfach erweiterten 6.Auflage 2010 mit 230 Seiten
bei Amazon, im Buchhandel oder versandkostenfrei (BRD) im Direktversand
ISBN 978-3000-356-193

 

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Inhaltsübersicht
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Abdecklacke

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Grundbestandteile aller Abdecklacke

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Zutaten:

Bienenwachs

Harz

Asphalt (=Bitumen oder Erdpech)

Terpentinöl bzw. Lösungsmittel

Aus diesen Bestandteilen bestehen in unterschiedlichen Zusammensetzungen die meisten Abdecklacke. Je mehr Bitumen der Abdecklack enthält, umso spröder wird er; je mehr Bienenwachs, desto leichter löst er sich durch Berührung mit der Hand und die Widerstandsfähigkeit gegen Säure schwindet. Platten, die mit Asphaltlack beschichtet sind, sollten nicht zu lange im Hellen gelagert werden, weil Asphalt lichtempfindlich ist und sich nach Lichteinwirkung immer schwerer von der Platte lösen lässt.

Hartgrund, „Wachskegel“

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„Normalätzgrund“, „Hartgrund“

Hartätzgrund wird in kegelförmigen Wachskegeln im Handel angeboten. Diese Wachskegel sind der ideale Ätzgrund für die Zeichnung mit der Radiernadel. Normalätzgrund besteht aus Wachs, burgundisch Pech, Mastix, Asphalt, Terpentin und wird meist in Hütchenform angeboten. Er lässt sich mit Terpentinersatz wieder von der Platte entfernen. Die Beschichtung kann sehr dünn und trotzdem deckend sein. Die Nadel gleitet auf der Platte wie der Stift auf Papier, vorausgesetzt, sie ist nicht zu spitz. Auch Hayter bemerkt, dass in den gewalzten Grund leichter zu radieren sei, als in den flüssig gegossenen oder aufgepinselten Grund. Der Grund sei, dass der gewalzte Grund aus weicheren Bestandteilen besteht und dünner ist.

Der feste Ätzgrund härtet zudem auch nicht aus. Sie können also Platten auf Vorrat beschichten.

Auftragsarten

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Wachskegel

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Den Ätzgrund stupsen Sie mehrmals auf die erhitzte Platte auf, verreiben ihn mit einem Tampon und walzen ihn mit der Lederwalze dünn aus. Schützen Sie Ihre linke Hand dabei mit einem Gartenlederhandschuh, damit Sie sich Ihre Finger nicht verbrennen. Der Ätzgrund härtet beim Erkalten aus.

Auftrag nach Brunner

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Brunner beschreibt das klassische Verfahren so: "Die geschliffene und polierte Platte wird zuerst mit einem Brei aus Alkohol (Spiritus) und Schlämmkreide von Fettspuren gereinigt. Dann wird die Platte gleichmässig so stark erwärmt, dass sie zischt, wenn man sie mit dem nassen Finger berührt. Von einem Klumpen Normalätzgrund streicht man eine genügende Menge auf die heiße Platte und verteilt sie gleichmäßig dünn durch Stupsen mit einem festen Stofftampon.“ Vermeiden Sie Fingerabdrücke! Schon Bosse rät , darauf zu achten, dass die Hand nicht schwitze, „..alldiweil das schweißende Wasser an dem Firnis hangenbleibt/ und wenn es das Feuer verspührt/ im Kochen etliche kleine Löcher macht/ die man sonst nicht sehen kann.“

Mit einer Lederwalze verteilen Sie den Ätzgrund gleichmäßig auf der warmen Platte.

Auftrag nach Preissig

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Preissig beschreibt den Ätzgrundauftrag folgendermaßen:

Ein Säckchen wird mit Taffet umhüllt und mit Ätzgrund (Wachs, Asphalt und Harz) gefüllt. Legen Sie es auf die erwärmte Platte. Erhitzen Sie die Platte so weit, bis der Ätzgrund durch das Säckchen hindurch schmilzt. Anschießend verteilen sie die geschmolzene Substanz mit dem Tampon gleichmäßig über die Platte.

Vorsicht: Überhitzen Sie die Platte nicht. Sobald der Ätzgrund zu rauchen beginnt, ist er unbrauchbar und muss wieder abgewaschen werden!

Auftrag nach Hayter

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Eine kleine Menge Hartgrund wird auf der erhitzten Platte geschmolzen. Dafür wird, bei Selbstherstellung, die Kegelspitze bzw. der obere Teil des Hartgrundes benutzt, weil bei der Herstellung und beim Erkalten alle Verunreinigungen nach unten gesunken sind. Wird der Hartgrund in feine Seide eingewickelt, hält diese Verunreinigungen beim Aufschmelzen zurück. Auch der nun folgende Auftrag sollte weitestgehend staubfrei erfolgen. Um jedes Sand- oder Staubkorn bildet sich ein kleiner Hof, der als Ätzloch den Effekt eines dunklen Punktes ergibt.

Den Abdeckfirnis nehmen Sie mit der Lederwalze von der heißen Platte auf und verteilen ihn gleichmäßig auf der Platte. Die Platte ist in diesem Zustand noch zu heiß, um hier aufzuhören. Es könnten sich Luftblasen unter dem Abdecklack bilden. Schieben Sie die Platte an den Rand der Heizplatte und lassen sie so weit abkühlen, dass die Berührung mit dem Finger am Rand gerade noch erträglich ist. Walzen Sie nun den Firnis zu einer mattbraunen Oberfläcke aus.

Vorsicht! Ist die Platte zu kalt geworden, löst sie sich der Firnis wieder von der Platte und klebt an der Walze. Dann muss nochmals erhitzt werden. Wird die Platte zu heiß, beginnt der Ätzgrund zu rauchen und ist zerstört.

Anrußen

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Weil durch den Ätzgrund das rötliche Kupfer noch durchscheint und die Zeichnung so nicht so gut zu erkennen ist, können Sie die Platte mit einer rußenden Kerze anschwärzen um die hellen, radierten Linien gut sichtbar zu machen. Schober nennt diesen Vorgang „Anrauchen“.

Schrauben Sie die noch warme Platte vorsichtig quer in eine Halteklemme (Schraubzwinge) oder fassen sie mit einer Klammer an einer geeigneten Stelle an (Ecke oder Mitte einer Seite) Rußen Sie nun vorsichtig von unten über einer mehrdochtigen Wachsfackel. Eine Öllampe oder ein angezündetes, ölgetränktes Papier mit normalem Heizöl ergibt ebenfalls eine tiefschwarze Rußschicht (stinkt jedoch beim Verbrennen). Verharren Sie nie über der Flamme, weil sonst der Abdecklack verbrennt. Bewegen Sie die Platte ständig hin- und her. Die Flamme darf den Ätzgrund niemals berühren!!! Er verbrennt und bekommt Löcher. Fackeln Sie auch nicht zuviel Ruß auf, der Ätzgrund nimmt nur eine bestimmte Menge Ruß auf. Wird der Ätzgrund dunkel und bleibt trotzdem glänzend, ist der richtige Grad erreicht. Dabei wird der Ätzgrund zusätzlich noch gehärtet.

Wird der Abdeckgrund matt, war der Rußanteil zu hoch und der Lack zerstört. Ganz leichte, matte Schlieren stören nicht.

Kreijca bemerkt, dass der Ätzgrund Hochglanz bekommt, wenn Sie die Rückseite der Platte mit Wasser abschrecken, sobald die Platte rußgeschwärzt ist.

Anweißen

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Zur Beurteilung ist es besser, wenn Sie die Linien schwarz auf weißem Grund sehen. Anstatt die Platte anzuschwärzen, wird der Ätzgrund mit einer dünnflüssigen Leimfarbe überzogen, evtl. mit einer Leinöltemperafarbe. Oft wurde der Abdecklack selbst mit weißer Farbe eingefärbt, um diesen Schwarz-auf-weiß-Effekt zu erhalten.

Rezepte für Feste Ätzgründe

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Abdecklack nach Rembrandt

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Zutaten:

50 gr Bienenwachs

15 gr Mastix

15 gr syrischer Asphalt

Abdecklack nach J.Callot

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Zutaten:

60 gr Wachs

50 gr Mastix

6 gr Asphalt


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Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren
Tipps, Tricks, Anleitungen und Rezepte aus fünf Jahrhunderten
erfahren, erlesen, erfunden und gesammelt von Wolfgang Autenrieth

* 6. erweiterte Auflage 2010
* 230 Seiten
* 120 Abbildungen & 13 Tafeln
* 700 gr
* 29,5 x 21 cm
* 29 €uro
* ISBN 978-3-00-035619-3

* Bezugsquellen

Leseproben(PDF):
* Grundlagen
* Reservage
* Edeldruckverfahren
* Chemikalienverzeichnis
* Inhaltsverzeichnis

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