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Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren

Umfangreichere Informationen finden Sie im Buch.
Sie erhalten das Buch in der mehrfach erweiterten 6.Auflage 2010 mit 230 Seiten
bei Amazon, im Buchhandel oder versandkostenfrei (BRD) im Direktversand
ISBN 978-3000-356-193

 

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Inhaltsübersicht
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Mezzotinto

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„Schabkunst“, „Schwarzweißkunst“; „Englische Manier“ (dt.)

„mezza tinta“=Mittelfarbe, „Mezzatinta“, „Maniera Nera“, „Inzisione a fumo“(ital.)
„schwarze Kunst“
„Gravure en la manière noire“, „Manière noire“, „Art noir“ „La Manière anglaise“(frz.)

„Mezzotint engraving“, Mezzotint“ (engl.)

„Zwarte kunst“, „Mezzotint“, „Engelse prent“ (holl.)

Techniken

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Die Mezzotinto-Radierung ist eine barocke, zeit- und arbeitsaufwändige Tiefdrucktechnik aus dem 17.Jh., die der Darstellung von Licht und Schatten sehr entgegen kommt. Sie wurde 1662 von Ludwig von Siegen in Deutschland erfunden, jedoch bald als „englische Manier“ bezeichnet. Im 18. und 19.Jahrhundert wurde sie vor allem für die Herstellung von Gemälde-Reproduktionen verwendet. Erst Edward Munch verhalf ihr zu einer künstlerischen Eigenständigkeit. Die Mezzotinto ist das Druckverfahren, das besonders effektvoll Plastizität und Körperhaftigkeit sowie Licht und Schatten darstellen kann.

Plattenvorbereitung

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Zinkplatten sind für die Mezzotinto-Technik ungeeignet, bewährt hat sich die Messingplatte (goldgelb) aus 34% Zink und 66% Kupfer.
Kupferplatten sollten etwas stärker sein (ca. 1,5-2mm)

Aufrauen mit Wiegemessern

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Zuerst wird mit verschiedenen Wiegemessern die Plattenoberfläche gleichmäßig aufgerauht, so dass sich im Druck eine samtig-schwarze Fläche ergibt.

Die verwendeten Wiegemesser, auch Granierstahl genannt, besitzen zahlreiche kleine Zähnchen, die je nach verwendetem Messer andere Körnungen ergeben. Charbonel bietet Mezzotintomesser mit 4 verschiedenen „Rasterweiten“ an: 50/65/85/100 Linien pro Zoll. Zu jeder Rasterweite sind verschiedene Größen zwischen 13mm Breite und 150mm Breite im Angebot. Nur die Messerwiegetechnik ergibt den tiefschwarzen, samtigen Effekt, der durch die große Farbmenge entsteht, die die gewiegte Platte aufnehmen kann. Beim Wiegen entstehen nämlich lauter kleine Grate wie bei der Kaltnadelradierung. Die Mezzotintoplatte ist so empfindlich wie eine Kaltnadelradierung und lässt entsprechend wenig Abzüge zu, solange sie nicht verstählt oder verchromt wird.

Aufrauen mit Scheibensägen

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Krejca beschreibt einen scheibenartigen Körner, der aus Sägeblättern besteht, die auf einer Walze nebeneinander montiert sind. Die Scheibensägen besitzen einen Durchmesser von 10-15 cm und sind fest auf einer Gewindestange im Abstand von ca. 5 mm befestigt. Als Abstandshalter zwischen den Sägeblättern sind Unterlegscheiben oder Muttern geeignet. Schieben Sie als Handgriffe links und rechts jeweils eine dünne Papp- oder Metallröhre über die Welle. Mit derartigen Handgriffen lässt sich die Scheibensäge leicht rollen.

Aufrauen mit Teppichkamm

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Ein Teppichkamm ist ein Stück Holz mit mehreren nebeneinander liegenden Stahlstiften. Damit lässt sich die Platte in Kreuzschraffur aufreißen.

Aufrauen mit Zwiebelschneider

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Mit einem Küchen-Wiegemesser, wie es zum Zwiebel- oder Kräuterschneiden verwendet wird, drücken Sie Schraffuren in die Platte.

Zeichentechnik

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Klassische Zeichentechnik

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Bei der Mezzotinto-Technik schaben Sie ausgehend von dieser dunklen, rauen Oberfläche die Helligkeiten heraus. Mit Polierstählen werden die hellen Partien herausgearbeitet und poliert. Durch Schaben mit dem Dreikantschaber erhalten Sie bessere Ergebnisse als durch Herausdrücken mit dem Polierstahl. Stellen, die rein weiß werden sollen, polieren Sie nach dem Schaben mit dem Polierstahl und Öl. Um Schwärzungen wieder herzustellen, wird die Roulette verwendet.

Bei der Arbeit ist diffuses Licht zu empfehlen, damit Sie die Platte besser beurteilen können. (Gaze bzw. Seidenstoff vors Fenster oder Milchglas)

Die Ersatztechniken erzeugen blassere Ergebnisse.

Zeichentechnik nach Krejca

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Bestreichen Sie die gekörnte Platte mit Temperafarbe oder mit einer Mischung aus Druckfarbe und Talg. Die Vorzeichnung können Sie dann mit weißer Kreide darauf aufbringen. Mit einem scharfen Dreikantschaber oder Skalpell schaben Sie die Helligkeiten heraus. Die hellsten Stellen und weiche Übergänge drücken Sie mit dem Polierstahl flach.

Quarzsand-Mezzotinto

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Sie entfetten die Platte, bestreuen sie mit Quarzsand, stauben sie ab, legen ein Ölpapier darüber, eine 2. Platte darauf und treiben die beiden Platten durch die Presse. Die sanfen Vertiefungen lassen sich leicht wieder herausschaben. Die Platte kommt an die samtige Schwärze des Schabkunstblatts heran, erreicht jedoch nicht die Tiefe.

Schmirgelpapier-Mezzotinto

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Das gleichmäßige Aufrauen der Oberfläche gelingt auch, wenn Sie eine polierte Platte gemeinsam mit einem Bogen Schmirgelpapier (30er bis 100er) unter gutem Druck durch die Presse treiben. Die Schmirgelpapierkörnchen ergeben kleine Vertiefungen in der Plattenoberfläche.

Bessere Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie mehrmals frisches Schmirgelpapier durch die Presse zwingen. Kreica empfiehlt 6 Durchgänge. Collagen aus unterschiedlichen Sandpapierkörnungen ergeben verschiedene Helligkeiten. Es ist jedoch nicht so, dass der Ton umso schwärzer wird, je feiner und dichter das Sandpapier ist. Vielmehr prägen gerade grobe Sandpapiere tiefe Vertiefungen in die Platte, die entsprechend viel Farbe aufnehmen können. Um eine ausgeprägte Schwärzung zu erreichen, können sie 40-er oder 60-er Schmirgelleinwand mehrmals durch die Presse zwingen und dabei die Position jeweils verändern.

Wird das Schmirgelpapier an einem Schwingschleifer befestigt, erzeugen Sie eine feine Ringstruktur auf der Platte. Diese feinen Kratzer sind jedoch nicht sehr tief und nehmen nicht viel Farbe auf. Mit dem Walzton-/ Einstaubverfahren können Sie die Linien vertiefen.

Mit dem Schleifpapier ist auch ein sehr dichtes, feines Kreuzlinienraster möglich. Die feinen Schleifpapierkratzer ergeben aber keinen guten, satten Farbton. Mit dem nachfolgend beschriebenen Walztonverfahren können Sie die Kratzer tiefer ätzen.


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Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren
Tipps, Tricks, Anleitungen und Rezepte aus fünf Jahrhunderten
erfahren, erlesen, erfunden und gesammelt von Wolfgang Autenrieth

* 6. erweiterte Auflage 2010
* 230 Seiten
* 120 Abbildungen & 13 Tafeln
* 700 gr
* 29,5 x 21 cm
* 29 €uro
* ISBN 978-3-00-035619-3

* Bezugsquellen

Leseproben(PDF):
* Grundlagen
* Reservage
* Edeldruckverfahren
* Chemikalienverzeichnis
* Inhaltsverzeichnis

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